Allgemeine Informationen
EHD - European Heritage Days
Wien, Palais Pallavicini
Steiermark, St Georgen ob Murau, Bodendorf.
Vorarlberg, Schwarzenberg, Brand 34, A. Kauffmann Museum
Salzburg, Kollegienkirche, Dachstuhl
Foto: © Gailtaler Heimatmuseum.
Kärnten, Schloss Möderndorf, Gailtaler Heimatmuseum, Laderstock.
Vorarlberg, Au, Gasthof Löwen, Schindelverkleidung
Offene Türen zu versteckten Schätzen: In 49 europäischen Ländern sind im September Millionen Menschen unterwegs, um ihr kulturelles Erbe zu erleben. Während der European Heritage Days (EHD) präsentiert sich die Vielfalt der Denkmale - vom Bildstock in der Kulturlandschaft bis zum Gesamtkunstwerk der Städte und vom singulären Spitzenobjekt bis zum Museum - kostenlos und von Fachleuten erklärt.
In der Spannweite zwischen regionalen Spezialitäten (Leuchttürme, Aquädukte, Orangerien, Industrieszenarien, immaterielles Erbe wie Geschichten erzählen oder Pferde dressieren, Pilgerstätten, Gartenkunstwerke, historische Verkehrsbauten, Bauernhöfe, archäologische Grabungen, Bäder, Einblicke in Forschungswerkstätten, …) und grenzüberwindenden Kulturwerten werden die BesucherInnen zu aktiven TeilnehmerInnen, die sich mit dem regionalen Erbe genauso identifizieren können wie mit dem gesamteuropäischen. Ein wesentliches Ziel dieser Initiative ist es, die Menschen für das Kulturerbe zu sensibilisieren und das Bewusstsein zu stärken, dass letztlich alle gemeinsam für seine Erhaltung verantwortlich sind. Das kulturelle Erbe ist als wirtschaftliche Ressource sowie als Leitwert in der Gesellschaft so unschätzbar wertvoll wie fragil - einmal zerstört oder überformt bedeutet für immer verloren. Seine Anwesenheit wird immer noch als viel zu selbstverständlich betrachtet. Dass die Bewahrung und Pflege des kulturellen Erbes eine enorme Anstrengung darstellt und angesichts des dauerhaften Wertes der Sache dennoch eine wunderbare Herausforderung ist, wird am Tag des Denkmals immer wieder spürbar: Die Begeisterung, mit der die Bevölkerung teilnimmt, zeigt es ebenso wie die Zahlen, in Österreich waren es im Jahr 2010 bereits über 60.000 TeilnehmerInnen.
„Faire passer sur le patrimoine le souffle de la vie“ – unserem Erbe neues Leben einhauchen - unter diesem Slogan hat Jack Lang als französischer Kulturminister 1984 zum ersten Mal einen Tag des offenen Denkmals in Frankreich initiiert. Dass sich aus dieser Idee die weltweit größte Kulturveranstaltung entwickeln würde, die mittlerweile über Europa hinaus auch in den USA und Kanada Fuß gefasst hat, war nicht vorherzusehen. Bei der Europarat-Konferenz in Granada im Oktober 1985, bei der man das Übereinkommen zum Schutz des architektonischen Erbes in Europa verträglich fixiert hat, wurde auch die Resolution über die Vermittlung des architektonischen Kulturerbes verabschiedet, womit die kontinuierliche Entwicklung dieser Idee in Gang gesetzt war. 1999 etablierte man die Veranstaltung als gemeinsames Projekt von Europarat und Europäischer Union unter dem Namen European Heritage Days / Journées européennes du Patrimoine. Seit 1996 ist Österreich mit dabei, das Bundesdenkmalamt fungiert als Veranstalter.
2011 gibt es unter dem Motto „aus Holz“ in Österreich ein Angebot, bei dem den BesucherInnen ca. 220 Objekte aus Holz in allen Kategorien bestaunen können: Vom neolithischen Pfahlbau über Werke der Schnitzkunst bis zu technischen Leistungen der historischen Dachstuhlkonstruktion oder des Baus von Triftanlagen, von Holz als alpinem Baustoff, Blockbauten über Möbelbau, Intarsienkunst, Tafelstuben und Musikinstrumenten bis zur Illustration der wissenschaftlichen Datierung von Holzobjekten – der Dendrochronologie.
Detaillierte allgemeine Informationen finden Sie unter „European Heritage Days, A joint Action of the Council of Europe and the European Commission, Handbook on the European Heritage Days, A Practical Guide”, von Michel Kneubühler, im Downloadbereich.
