Heimat großer Töchter

24. September 2017

Das war der Tag des Denkmals im Burgenland 2015


In ganz Burgenland nutzten zahlreiche BesucherInnen die Möglichkeit, verborgenen Schätzen zum Thema „Feuer und Flamme“ nachzuspüren. 

An 18 ausgewählten Orten – von Neusiedl bis ins südburgenländische Mogersdorf – wurde dank des großen Einsatzes von Privatpersonen, Gemeinden und Vereinen zahlreichen Interessierten ein vielfältiges Programm geboten. Großen Anklang fand die Tagestour, die heuer wiederum in Kooperation mit der ÖGFA die wissbegierigen ZuhörerInnen von Sieggraben nach Oberwart bis nach Szombathely ins Sputnik-Observatorium und dem Kemenes Vulkanpark in Celldömölk und wieder zurück ins Burgenland führte. In der Volksschule von Sieggraben, einem Bauwerk der Otto Wagner-Schüler Franz Kaym und Alfons Hetmanek wurden die Reisenden von Bürgermeister Vinzenz Jobst und Schuldirektorin Andrea Tauber herzlich empfangen. Die spannenden Erläuterungen der Architekturhistorikerin Dr. Iris Meder und von Herrn Univ.Prof. Dr. István Jankovics, dem ehemaligen Direktor des Sputnik-Observatoriums, boten reichlich Diskussionsstoff. Die organisatorische Betreuung der Reisenden wurde freundlich und kompetent von ÖGFA-Vorstandsmitglied Mag. Gabriele Ruff übernommen.

In der kleinen burgenlandkroatischen Ortschaft Zillingtal-Celindof wurde des Themas „Feuer und Flamme“ in besonderer Weise gedacht: Neben einer zweisprachigen Dorfführung zu den örtlichen Denkmalen wurden in einem Vortrag die stillgelegten Schmieden der Ortschaft thematisiert. Reges Interesse fand das heuer restaurierte Pleiningerhaus in Grosshöflein, wo die Eigentümer Frau Imelda Krizan, der Restaurator Bernhard Gritsch und Landeskonservator Mag. Peter Adam fachkundig Auskunft gaben. Souverän präsentierte Restaurator Thomas Fankl die Ergebnisse seiner jahrelangen Freilegungs- und Restaurierungstätigkeit an Altären in der Wallfahrtskirche Maria Loretto. Dr. Hans Hahnenkamp berichtete über die Geschichte des nach wie vor gern besuchten Wallfahrtsortes. Im Weinwerk, einem barocken Bürgerhaus in Neusiedl am See, wurden die Ergebnisse des Schulprojekts „Denkmaltouren“ präsentiert – Fotografien und der Denkmalkalender 2016! Das Diözesanmuseum und das Österreichisches Jüdische Museum in Eisenstadt öffneten zahlreichen Interessierten ihre Pforten und erschlossen dem Publikum in Sonderführungen das Motto des heurigen Jahres.

Im traditionsreichen Töpferdorf Stoob gewährte der Keramikermeister Christoph Graf Einblick in seine Werkstatt. Einen gewohnt fulminanten Vortrag hielt Dr. Otto Osztovits im Bergbaumuseum Goberling. Die gewonnenen Eindrücke wurden in der anschließenden Exkursion in die Umgebung vertieft. Nicht unterkriegen ließ sich der Gründer der Uhrenstube Aschau, als vor einiger Zeit ein verheerendes Feuer die Strohdeckung seines Hofes vernichtete. Neu in Stroh gedeckt präsentierte sich der Bau von 1820 den zahlreichen BesucherInnen in alter Pracht. In Unterschützen, wo sich einige der einst in der Region zahlreichen Kittinge in Privatbesitz erhalten haben, gewährte der Künstler Richard Weber, Eigentümer von zwei sorgsam restaurierten Objekten, Einblick in sein Schaffen. Festlich begangen wurde der Tag des Denkmals nicht nur in Unterschützen! Jung und alt konnten sich bei herbstlichem Wetter beim Zielspritzen üben, das die Stadtfeuerwehr Pinkafeld im Garten des Stadt- und Tuchmachermuseums veranstaltete.Die einmalige Möglichkeit das einzige historistische Schloss des Burgenlandes in Rotenturm zu besichtigen, wurde von unzähligen Schaulustigen genutzt. Viele Jahre dem Verfall preisgegeben, verdankt der eindrucksvolle Bau in maurischem Stil sein Wiedererstehen in alter Schönheit seinem Eigentümer Prof. Heinz Schinner.

In der Pfarrkirche von Mogersdorf wurde mit der Freilegung und Restaurierung der Fresken einem Denkmal sein ursprüngliches, qualitätvolles Erscheinungsbild zurückgegeben. Zur Restaurierung und den teilweise recht blutrünstigen Darstellungen der Schlacht von Mogersdorf sprachen Restauratorin Mag. Germana Wolf und Historikerin Silvia Dolmanits. Am einstigen Schlachtfeld von 1664 tummelten sich zahlreiche Interessierte, die vom Archäologen Mag. Franz Sauer in die „Schlachtfeldarchäologie“ eingeführt wurden. Das schöne Herbstwetter wurde auch genutzt, die Freilichtmuseen von Neumarkt an der Raab und Gerersdorf bei Güssing zu erkunden. In Gerersdorf wurde in einer Schmiede altes Handwerk vorgeführt. In Neumarkt wurde am Tag des Denkmals eine Werkschau mit Arbeiten von Johannes Ramsauer und Johann Wanke eröffnet. Das Landtechnik-Museum von St. Michael setzte mit seinen eindrucksvollen landwirtschaftlichen Exponaten einen besonderen Akzent.