Heimat großer Töchter

24. September 2017

Das war der Tag des Denkmals in Niederösterreich 2014


Mit 38 Standorten in Niederösterreich – so vielen wie noch nie – schrieb der Tag des Denkmals am 28. September 2014 wieder eine Erfolgsstory: Rund 11.600 Menschen machten sich auf die Spuren unseres historischen Erbes. Der Aktionstag bot auch heuer die Chance, abseits von Mainstream-Führungen das Besondere zu entdecken – sei es in den Privaträumen einer Villa, im Englischen Landschaftspark, im Schlosstheater oder bei einer Kulturfahrt im Oldtimerbus.

Ein besonderer Publikumsmagnet war mit 2.300 Besucherinnen und Besuchern wie sooft die Kartause Mauerbach, die als einziger Standort gleich an zwei Tagen zu baudenkmalpflegerischen Workshops, Sonderausstellungen und eigenem Kinderprogramm einlud. Der Tag des Denkmals stand dabei auch im Zeichen zweier Jubiläen, die gleich mit zehn Sonderausstellungen gefeiert wurden.

Rund 950 Besucherinnen und Besucher interessierten sich für die Schwerpunktführungen in Baden, wo mit Kaiserhaus, Frauenbad und der privaten Rainer-Villa drei Denkmale im Blickpunkt standen. Großer Andrang herrschte auch in den in unmittelbarer Nähe zueinander liegenden Weinviertler Schlössern Loosdorf und Hagenberg. Eigentümer Horst Wächter – ehemaliger Skipper von Friedensreich Hundertwasser – musste in dem verwunschenen Wasserschloss für knapp 200 Gäste ebenso zusätzliche Führungen einschieben wie Architekt Mag. Thomas Tauber in der Wehrkirche von St. Michael in der Wachau. „Es war ab 9.30 Uhr ein reges Kommen und Gehen. Wir zählten 300 Gäste, konnten erst nach 19 Uhr zusperren, obwohl eigentlich schon um 16 Uhr hätte Schluss sein sollen“, war Tauber als treuer Partner des Tages des Denkmals begeistert. Auch die Spezialführungen zu Schloss und Landschaftspark in Grafenegg verfolgten bei Kaiserwetter weit über 300 Gäste.

Landeskonservator Dr. Hermann Fuchsberger, der den Tag des Denkmals  für einen Besuch in der Olbrich-Villa in Hinterbrühl nutzte, zeigte sich beeindruckt: „Es ist eine sehr große Geste von unseren Denkmaleigentümerinnen und -eigentümern, dass sie ihre privaten Räume für die Öffentlichkeit aufsperren.“ Weiters mache die europäische Großveranstaltung auch die Wertschätzung für historische Objekte und Gebäude deutlich. Fuchsberger: „Viele Eigentümerinnen und Eigentümer sind stolz, so ein Objekt besitzen zu dürfen. Diesen Stolz und diese Freude vermitteln sie auch ihren Gästen.“

Mit neuen Partnerinnen und Partnern veranstaltete das Bundesdenkmalamt heuer auch erstmals fünf Spezialtouren zu Architekturgeschichte und Entwicklung der Kulturlandschaft – zwei davon in Krems, eine stilecht im Oldtimerbus durch die Wachau. Italienisches Sgraffito, romantische Landschaftsparks, barocke Freskenprogramme, Grotesken-Malerei oder der Raumeindruck eines der ältesten Stahlbeton-Industriebauten Niederösterreichs mit multimedialer Fassadenprojektion zeigen den vielfältigen Zugang und Facettenreichtum zum Jahresthema <Illusion>. Nicht zuletzt überraschte Kurator Mag. Andreas Gamerith seine Führungsteilnehmerinnen und -teilnehmer in Stift Zwettl mit der Begrüßung: „Das ganze Bergl-Zimmer ist eine Illusion – die Darstellungen lassen sich stilistisch Karl Fister, einem Neffen Bergls zuschreiben. Bergl hat hier nie ein Blatt gemalt.“