Heimat großer Töchter

24. September 2017

Das war der Tag des Denkmals in Kärnten 2013


Trotz eines mächtigen Adria-Tiefs wagten sich rund 2800 denkmalbegeisterte Kärntnerinnen und Kärntner außer Haus, um nach dem wahlbedingten Urnengang die Denkmallandschaft des Bundeslandes und des Nachbarlandes Slowenien zu erkunden.

Eröffnet wurde der Tag von Landeskonservator Mag. Gorazd Živkovič gemeinsam mit dem Klagenfurter Stadtexperten Joachim Eichert beim Amt des Kärntner Landeskonservatorates im Palais Goess. Obwohl unter den insgesamt 13 gebotenen Veranstaltungen nur drei „Indoor“-Angebote regensicheren Kulturgenuss versprachen, erfreuten sich die Denkmale in allen Kärntner Bezirken großen Interesses. Am begehrtesten war die ansonsten nicht zugängliche ehemalige Burg Stein im Drautal, wo Denkmalpfleger DI Jürgen Moravi gemeinsam mit dem Schlosseigentümer Dr. Johannes Orsini-Rosenberg durch die Anlage führte. Neben der künstlerisch besonders bedeutenden Doppelkapelle wurde auch die aktuelle Eindeckung mit handgebrochenen „Steinplattln“ aus Schiefer vorgestellt – ein Material, das nur in Kärnten und in den südlichen Nachbarstaaten Verwendung findet und den Dächern ein äußerst reizvolles schuppenartiges Aussehen verleiht.

Auch im benachbarten Kamnik gab es auf dem Burghügel eine Doppelkapelle zu besichtigen, die mit ihren beiden Steinportalen und einer Krypta zu den wichtigsten romanischen Kunstwerken Sloweniens zählt. 

Mit bewundernswertem Durchhaltevermögen ließen sich bei strömendem Regen die kleinsten Denkmalbesucher im Gailtal von Archäologin Mag. Sandra Pichler und einem örtlichen Guide im Geopark die größten Pflanzenfossilien Österreichs und bei der Andreaskirche in Laas eines der schönsten spätgotischen Sandsteinportale Kärntens erklären.

Alle Denkmaleigentümer_innen und Denkmalexpert_innen, die ihren Besitz und ihr Wissen am Denkmaltag dankenswerterweise der Öffentlichkeit zur Verfügung stellten, zeigten sich vom Zulauf überrascht, mit dem angesichts sintflutartiger Regenmassen wohl niemand gerechnet hatte: Die Entdeckerfreude des Kärntner Denkmalpublikums war so groß, dass sogar die nur fußläufig über Steilpfade erreichbaren Denkmalanlagen in Stein im Jauntal und in Schlatten/Svatne durchaus gut besucht waren!

Am diesjährigen Denkmaltag wurde nicht nur Kärntens Jahrhunderte altes Kulturerbe vor den Vorhang geholt, sondern mit der Präsentation von Werken der Architekten_innen und Künstler_innen Kiki Kogelnik, Günther Domenig und Josef Plečnik auch zeitgenössische Architektur und Kunst präsentiert und sogar Neues geschaffen: Im Schloss Ebenau im Rosental wurde vom Osttiroler Künstler Georg Planer eigens zum diesjährigen Denkmalthema „aus Stein?“ im Skulpturengarten mit Steinen aus der näheren Umgebung ein „Flusssteinmensch“ kreiert.

Der große Dank des Landeskonservatorates für Kärnten für das heuer besonders spannende Programm gilt vor allem den Denkmaleigentümer_innen - dem Architekturhaus Kärnten, Dompfarrer Dr. Allmaier, Stiftspfarrer Mag. Donko, dem Verschönerungsverein Friesach, Familie Mikel und der Gemeinde St. Jakob im Rosental, der Kärntner Montanindustrie Gesellschaft, Familie Orsini-Rosenberg, dem Verein Tonhof, und der Galerie Walker – sowie den versierten Denkmal-Erklärer_Innen - den Bauforscher_innen Dr. Mittermair, MMag. Woldron und Mag. Wolfgang, den Historikern Dr. Bäck, Dr. Deuer und Herrn Eichert, der Restauratorin Mag. Unterberger, den Archäolog_innen Univ.-Prof. Dr. Lehner, Mag. Liendl und Mag. Pichler sowie dem Architekten DI Wald.