Heimat großer Töchter

24. September 2017

Das war der Tag des Denkmals im Burgenland 2013


In ganz Burgenland nutzten zahlreiche BesucherInnen die Möglichkeit, verborgenen Schätzen zum Thema „aus Stein?“ nachzuspüren.

An 20 ausgewählten Orten – von Neusiedl am See bis ins südburgenländische Neumarkt an der Raab – wurde dank des großen Einsatzes von Privatpersonen, Gemeinden und Vereinen fast 3000 Interessierten ein vielfältiges Programm geboten.

Reges Interesse fand die festlich begangene Auftaktveranstaltung in der Eisenstädter Martinkaserne. Fachkundig präsentierte Dr. Helmut Prinke die Ergebnisse seiner jahrelangen wissenschaftlichen Forschungstätigkeit zu dem gründerzeitlichen Militärbau. 1500 Grabsteine sind letzte Monumente der Erinnerung an die einstige jüdische Gemeinde von Eisenstadt – bei einer Spezialführung konnten Interessierte mehr von dieser versunkenen Welt erfahren. Hoch her ging es im Martinshof in Kleinhöflein: Jahrzehntelang dem Verfall preisgegeben, bot sich der Baukomplex am Sonntag als gern besuchte Stätte der Begegnung dar. Bei herbstlich kühlem Wetter nutzten viele Kunstinteressierte die Gelegenheit, unter fachkundiger Führung die Kulturlandschaft rund um den historisch bedeutenden Steinbruch von St. Margarethen zu erleben, wo 1959 erstmals das, vom Bildhauer Karl Prantl initiierte Bildhauersymposium stattgefunden hat. Mit dem Bildhauerhaus wurde ein wichtiges Werk des heuer verstorbenen Architekten Johann Georg Gsteu präsentiert. Eine gebannt lauschende Zuhörerschaft wurde in Neusiedl am See in die Welt der Restaurierung entführt - mit den Maßnahmen am Kalvarienberg und den Kreuzwegstationen hat ein bedeutendes Beispiel gründerzeitlichen Kunstschaffens aus dem Umfeld der Wiener Ringstraße sein ursprüngliches, in höchstem Maß qualitätvolles Erscheinungsbild zurückgewonnen! Auch in der evangelischen Kirche von Pöttelsdorf, einem Meisterwerk späthistoristischer Architektur, wurde den Ausführungen zur historischen Technik der Schablonenmalerei große Aufmerksamkeit geschenkt! Im Ruster Seehof konnte der ausführende Architekt in einer persönlich gestalteten Führung seine preisgekrönte Vorstellung vom Zusammenwirken moderner und historischer Architektur präsentieren! In Sopron (Ödenburg) wurde zahlreichen Interessierten Leben und Werk des wichtigsten Steinrestaurators Ungarns im 20. Jahrhundert näher gebracht. Gastfreundlich öffneten sich die Tore bedeutender burgenländischer Burgen und Schlösser: In Deutschkreutz, Kobersdorf, Nebersdorf und Bernstein wurde einem wissbegierigen Publikum geduldig Rede und Antwort gestanden! Selbst vom einsetzenden Regen ließen sich die sportlichen TeilnehmerInnen des Marsches zum Kamaldulenserkloster Landsee nicht abschrecken, um den spannenden Erläuterungen des Archäologen Franz Sauer lauschen zu können - seine lebendige Ausführungen begeisterten auch in Klostermarienberg! Nicht weniger spannend die Führungen in der Kirche und Gruft von Lockenhaus! Der schlechten Witterung trotzten auch die TeilnehmerInnen der Führung zur barocken Steinbrücke von Bernstein! Aus Stein? Diese Frage stellte sich nicht bei den äußerst fachkundigen Erläuterungen des Burgenforschers Thomas Kühtreiber, der am Tag des Denkmals aktuelle Forschungsergebnisse zu den Steinen von Burg Schlaining vorstellte. Die althergebrachte bäuerliche Kulturlandschaft des Südburgenlandes war traditionellerweise von Holzbauten mit Lehmputz und Strohdeckung geprägt – Stein hatte als Baumaterial in dieser lieblichen Landschaft seit jeher eine geringe Bedeutung! Trotzdem nutzten zahlreiche Schaulustige die Gelegenheit, die Weinkeller von Heiligenbrunn sowie die Freilichtmuseen von Neumarkt an der Raab und Gerersdorf bei Güssing zu erkunden, wo die Künstlerin Sylvia Kummer „hautnah“ ihr aktuelles Schaffen präsentierte.

Ein herzliches Dankeschön an die vielen Personen, die zum Gelingen des Tages des Denkmals im Burgenland beigetragen haben!